

Über diese Veranstaltung
In seinen letzten Lebensmonaten – kurz nach dem Tod seines Vaters, eines Kantors in der jüdischen Gemeinde – begann Kurt Weill mit der Komposition eines Kaddisch. Das Werk blieb unvollendet, gilt aber als Zeichen einer späten, tiefen Rückkehr zu seinen Wurzeln.
Was entsteht, wenn israelische Jazzmusiker, bekannt für kreative Neuinterpretationen chassidischer Melodien, auf einen deutschen Elektronikmusiker treffen, dessen atmosphärische Klanglandschaften vor allem aus dem Theater bekannt sind? Das Nigun Quartet und Daniel Dorsch erkunden gemeinsam die Musik von George Gershwin und Kurt Weill. Durch die Verbindung von modernem Jazz mit traditionellen Nigunim legen sie die jüdische DNA frei, die in einigen der bekanntesten Broadway-Stücke steckt.
Dabei treten überraschende Verbindungen zutage: In Gershwins „Porgy and Bess“ spiegeln sich Themen wie Entwurzelung, Widerstandsfähigkeit und die Sehnsucht nach Würde – Gefühle, die im Europa der 1930er Jahre einen tiefen Widerhall fanden. „Summertime“ mischt sich mit chassidischer Andacht, die Energie New Yorks trifft auf den Geist der Synagoge, der Broadway auf zeitgenössischen Jazz und elektronische Klänge.





