

Über diese Veranstaltung
Eine umfangreiche monographische Ausstellung präsentiert das neueste Schaffen der slowakischen Künstlerin vietnamesischer Abstammung Kvet Nguyen.
Sie ist als visuelle Lesart der Kapitel der Geschichte der vietnamesischen Diaspora auf dem Gebiet der ehemaligen Tschechoslowakei konzipiert – von der Nachkriegsmigration während der Zeit des sozialistischen Internationalismus über den Wendepunkt der Samtenen Revolution bis hin zur Gegenwart.
Ein absolut entscheidender historischer Moment, auf den sich die Ausstellung zurückbezieht, sind die sogenannten „Chrastava-Kinder“ aus dem Jahr 1956. Gerade ihre Ankunft in Chrastava bei Liberec markierte den Beginn der Geschichte der vietnamesischen Gemeinschaft in der Tschechoslowakei, die sich über Generationen hinweg weiterentwickelte. Die Verbindung zu diesem Ort schafft somit einen einzigartigen Kontext, der bis heute im kollektiven Gedächtnis sowie in aktuellen Diskussionen über Migration, Heimat und Akzeptanz nachhallt. Aus diesem Grund ist diese Ausstellung zweifellos auch für unsere Ausstellungs- und Konzepttätigkeit von Bedeutung. Sie verbindet sich mit dem Kontext des lokalen Ortes, unterstützt gleichzeitig die aktuelle slowakische Kunstszene und bekundet Solidarität mit ihr.
Das Schaffen von Kvet Nguyen ist gleichzeitig die Suche nach einer visuellen Sprache, die in der Lage ist, die Spannung kollektiver Traumata einzufangen und in Richtung einer Vision für eine gerechtere Zukunft zu transformieren. Ihre Werke eröffnen programmatisch Raum für Träume, Hoffnung und das Ausdrücken von Wünschen, die als Katalysator für Veränderungen wirken können. Die Ausstellung umfasst verschiedene Medien, von Installationen über Objekte, Video, Textilfotografien, fotografische Archive bis hin zu dokumentarischer Fotografie. In ihrer Arbeit bezieht sich Nguyen häufig auf Archivmaterialien – offizielle Dokumente und zeitgenössische Medien, die stark von rassistischen und fremdenfeindlichen Narrativen geprägt waren. Dieses Material, das die Vorstellung von der „kolonialen Unschuld“ postsozialistischer mitteleuropäischer Länder in Frage stellt, wird für die Künstlerin zum Ausgangspunkt. Durch das Aufsuchen und Präsentieren unterdrückter Stimmen zollt sie der Widerstandsfähigkeit marginalisierter Gemeinschaften Tribut und eröffnet Raum für kollektives und individuelles Aufbegehren. Die Ausstellung ist die zweite lose Fortsetzung der Ausstellung Kým voda nezmyje breh der Galerie Města Bratislavy und stärker im Kontext von Liberec verankert, durch die Chrastava-Kinder.
Termine & Orte
Diese Veranstaltung findet an 149 Tagen statt





