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Eine ruhige asphaltierte Straße führt zwischen alten Ziegelgebäuden mit orangen Ziegeldächern.
SonstigesWorkshopEinzelveranstaltung

Vortrag "Aus der Hölle in den Himmel. Die Produktion des Jagdflugzeuges Messerschmitt Me 262 durch Zwangsarbeiter in unterirdischen Rüstungsfabriken"

26. 08. 2026 · 17:00ZittauDE

Über diese Veranstaltung

Heiko Triesch, Militärhistorisches Museum der Bundeswehr Berlin

Anmeldung bitte für alle Veranstaltungen bis 2 Tage vorher mit Telefonnummer für Rückruf unter museum@zittau.de oder 03583-554790

Verlagerung der Rüstungsproduktion im Deutschen Reich

Während des Zweiten Weltkrieges intensivierten insbesondere die Amerikaner und Briten ständig ihrer Luftangriffe auf das Deutsche Reich. Dabei wurde die Rüstungsindustrie immer schwerer getroffen.

Die Briten bombardierten im Sommer 1943 die hochgeheimen, teils noch nicht in Betrieb befindlichen, Produktionsanlagen für den Bau der neuartigen Fernrakete "Aggregat 4", oder kurz "A4". Innerhalb kürzester Zeit fiel daraufhin die Entscheidung, die Herstellung der Rakete in eine Unter-Tage-Anlage im Harz zu verlegen.

Für den Ausbau der Anlage, wie auch den Bau der A4 sollten von der SS überwachte Häftlinge eingesetzt werden. Bereits zum Jahreswechsel 1943/44 war die erste Rakete in den Stollenanlagen des Kohnstein fertig gestellt. Dies gelang allerdings nur, weil die Anlage bereits seit Jahren für anderen Zwecke sehr gut ausgebaut war, die SS ihre Häftlinge unter so brutalen Bedingungen einsetzte, dass bis Kriegsende etwa 20.000 von Ihnen starben und die Qualität der ersten Raketen so gering war, dass viele von Ihnen nicht funktionierten.

Trotzdem wirkte dieser "Erfolg" als Muster für umfangreiche Anstrengungen zur Verlagerung von Rüstungsbetrieben in Bombensichere oder zumindest gut getarnte Produktionsstandorte. Zukünftig wollte man schnellstmöglich in Bunker, Stollenanlagen, oder sogenannte Waldwerke umziehen. Die Errichtung der Fabriken und die Produktion sollten dabei ganz überwiegend Zwangsarbeiter erledigen.

Bis Kriegsende kosteten die, mit großer Rücksichtslosigkeit gegenüber den völlig entrechteten Häftlingen, betriebenen Verlagerungsvorhaben zehntausende das Leben, während die Baumaßnahmen umfangreiche Ressourcen benötigten. Letztendlich nahmen nur sehr wenige Anlagen bis Mai 1945 den Betrieb auf und die Menge der dort produzierten Rüstungsgüter war ausgesprochen gering.

In dem Vortrag wird ein Überblick über die Hintergründe, die Umsetzung und die Ergebnisse der Verlagerungsvorhaben gegeben.

Plakat

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