

Schauspiel von Jaroslav Rudiš | Auftragswerk des Gerhart-Hauptmann-Theaters Görlitz-Zittau | Uraufführung
Vorverkaufsstart: 09. Juni 2026
Der Wald erzählt Geschichten. Der Buchenwald im Isergebirge ganz besondere. Es sind Geschichten von Unfällen und Unglücken, von Wanderern und Jägern, Wilddieben, Attentätern und Förstern, von übermütigen Trinkern, von Bahn- und Waldarbeitern und von der schönen Selbstmörderin Marie. Es sind ihrer viele.
Sie erzählen vom Vergessen und vom Gedenken, sie erinnern an Menschen, die aus Lebensgefahr gerettet werden konnten, aber vor allem an die im Wald Gebliebenen, an die Verlorenen, die Toten. Im einst deutsch-böhmischen, dem heute polnisch-tschechischen Grenzgebirge zwischen Liberec und Jelenia Góra kann man ihre Spuren finden. Inmitten der majestätisch aufragenden Buchen stehen – mal auf moosgrünen Felsen, mal am Wegesrand, zuweilen gut verborgen im Dickicht des Waldes – an die 500 bescheidene eiserne Kreuze, rund einen halben Meter hoch: sogenannte Marteln. Dem Förster Johann Bäumel, der am 22. November 1842 südlich von Hejnice, dem Pilgerort Haindorf, mutmaßlich durch einen versehentlich ausgelösten Schuss seines Gehilfen getötet wurde, ist ein Kreuz gewidmet.
Jaroslav Rudiš, der literarische Grenzgänger zwischen Böhmen und Sachsen, ja zwischen Tschechien und Deutschland hat sich im Auftrag des Gerhart-Hauptmann-Theaters auf den Weg in den Wald gemacht. Er hat ein Theaterstück geschrieben. Über das Gebirge am Dreiländereck und über die Grenzen von Leben und Tod, ein Stück voll Poesie und wunderbar skurrilem Humor. Rudiš lässt den Wald und die Toten sprechen.
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