

Referentin: Dr. Christiane Hemker, Projektleiterin ArchaeoTin. Archäologie im Welterbe – Zinnbergbaulandschaften
Im Herbst 2008 begann mit der Entdeckung der hochmittelalterlichen Silberbergwerke von Dippoldiswalde ein neues Kapitel in der sächsischen Montanarchäologie. Die Untersuchungen des Landesamtes für Archäologie Sachsen zeichnen das Bild einer gut erhaltenen Bergbaulandschaft unter Tage, deren teils einmalige Befund- und Fundkomplexe völlig neue Erkenntnisse in der europäischen Montanarchäologieforschung erbrachten. Gemeinsam mit tschechischen Archäologen werden seit 2012 in grenzübergreifenden Forschungsprojekten Untersuchungen im gesamten Erzgebirge mithilfe eines interdisziplinären Methodenkanons (Dendrochronologie, historische Kartographie, Fernerkundung, Archäobotanik, Mineralogie, Geophysik u.v.m.) durchgeführt, die neben weiteren Bergbausiedlungen des 12./13. Jh. zur Entdeckung bronzezeitlicher Bergbaurelikte in einer Zinnlagerstätte im Osterzgebirge geführt haben. Zu Recht sind die Silberbergwerke von Dippoldiswalde Bestandteil des UNESCO Weltkulturerbes Montanregion Erzgebirge/Krušné hory.